Ferien auf dem Sonnenhof

 

Seit Wochen schon freuen sich Renea, Iro und Pauline auf die Ferien. Die drei sitzen ungeduldig und hibbelig auf

ihren Stühlen, noch 30 Minuten bis zum Schulschluss. „Der Musikunterricht ist heute ja noch langweiliger als sonst!“,meint Iro. Renea willigt ein. Dann – endlich, es klingelt.

Sie stürmen aus dem Klassenzimmer, ziehen sich blitzschnell an und rasen nach Hause, wo Paulines Vater schon gespannt auf sie wartet. Alles ist vorbereitet. Sie schmeißen ihre Taschen ins Haus und rennen zum Auto.

 

Nach zwei Stunden Fahrt sind sie endlich auf dem Sonnenhof angekommen. Sie steigen aus und finden alles, wie sie es sich vorgestellt haben: Die Pferde und Ponys stehen friedlich auf der Koppel und grasen. Paulines Vater wünscht noch schöne Ferien, gibt ihnen die Koffer und fährt ab. Sie nehmen ihr Gepäck und laufen in die Stube. Dort sitzt die Bäuerin weinend am Tisch. „Psssst! Bleibt stehen, ich regele das schon.“, meint Renea. Sie geht zur Bäuerin und fragt, was los ist. Unter Schluchzen erzählt die Bäuerin, dass ihre trächtige Fuchsstute verschwunden ist. Rainbow erwartet morgen ihr erstes Fohlen. Die Freundin von Lena wollte nur mit ihr spazieren gehen, aber keiner kam wieder . „Dürfen wir einen Ausritt machen?“ „Ja, habe ich nichts gegen.“

 

Als sie auf den Pferden sitzen, meint Iro: „Die Bäuerin bedrückt noch irgendetwas anderes, oder?“ „Das habe ich auch gemerkt.“ Sie hören ein Knacken, drehen sich erschrocken um und sehen gerade noch einen Schatten am Haus vorbeihuschen. Im Galopp reiten sie zurück, springen von den Pferden und stürmen ins Haus. Zu spät!

Sie sehen nur die Bäuerin tot  am Boden liegen und eine Gestalt aus dem Fenster springen.

 

Komm, wir reiten dem Fremden hinterher!, brüllt Renea und gibt ihrem Pferd die Sporen. Im Galopp düsen sie los. „Mist!“, ruft Iro. „Er ist mit einem Motorrad weggefahren, wir können höchstens der Reifenspur folgen.“ „Einen Versuch ist es wert“, meint Pauline und reitet weiter. Zehn Minuten später kommen sie an einer Höhle an, das Motorrad lehnt an der Mauer. Die Mädchen hören Schritte, die näher kommen und springen mit den Pferden in tiefes Gestrüpp. Der Fremde kommt raus, nimmt das Motorrad und fährt weg. „Das ist die Gelegenheit, kommt!“, ruft Pauline und geht in die Höhle. Die anderen folgen ihr. In der Höhle ist es dunkel, nur eine alte Fackel hängt an der Wand im Raum. Pauline nimmt sie und geht weiter in die Höhle hinein. Plötzlich hören sie ein leises Wiehern und eine leise Stimme. „Kommt!“, flüstert Pauline den anderen zu und geht vorsichtig weiter. Schließlich wird der Gang immer enger. Doch auf einmal kommen sie in einen Saal mit vielen Fackeln an den Wänden. In einer dunklen Ecke sitzt ein mit Seilen gefesseltes Mädchen und mitten im Raum steht eine trächtige Fuchsstute. Auf ihrem Halfter steht „Rainbow“. Sie legt sich hin und schnaubt „Ihr Baby kommt.“, flüstert Renea. „Zurückreiten bringt uns jetzt nichts mehr, wir müssen das selbst schaffen.“ „Oh, nein!“, ruft Iro. „DerFremde kommt! Schnell, dort oben ist eine Luke. Wir fliehen!“ Zügig klettern sie hoch. Als letztes klettert Pauline hoch, sie ist schon fast oben, doch dann.....rutscht sie ab und fällt hin. „Lauft, mir gehts gut, ich schaff das schon.“, sagt sie. Iro und Renea lassen Pauline nicht gern allein, aber sie hören auf Pauline und

laufen zu ihren Pferden. Im Galopp reiten sie zurück und holen Heu, Stroh und Pferdefutter. Bei Morgengrauen kommen sie wieder an der Höhle an und klettern durch den Hintereingang in den großen Saal. Pauline und das fremde Mädchen sind aneinander gebunden und geknebelt. Mit einem Taschenmesser schneiden sie die Taue durch. Auf einmal klingelt Reneas Handy, sie geht ran. „Hallo, wer ist da?“ Am anderen Ende ertönt eine Stimme: „ Hier ist Lena, bist du das Renea?“ „Ja, wer sonst? Du bist doch die Tochter der Bäuerin, oder?“ „Ja, ja bin ich“, meint sie bedrückt „Es gibt wichtigere Dinge zu klären. Als ich reinkam, lag meine Mutter mit einem Messer in der Brust auf dem Boden. Wart ihr das?“ „NEIN! Natürlich nicht! Glaubst du, wir sind Mörder?“ „Da bin ich ja erleichtert, war auch nur so ein Verdacht, bitte seid mir nicht böse.Wo seid ihr eigentlich?“ „Mein Akku ist leer, wir kommen zu dir. Tschüss!“

Als sie mit den Pferden aus dem Hintereingang steigen, sieht das fremde Mädchen einen Personalausweis auf dem Boden liegen. „Zeig mal her.“, sagt Pauline. Zickig erwidert das Mädchen: „Den habe ich gefunden! Finger weg!!!“ „ Hör mal, wer hat dich denn hier bitteschön befreit?“ „Ihr habt ja recht, ich sollte mich erst einmal

vorstellen. Ich heiße Jula und wer seid ihr?“ „Wir sind Pauline, Renea und Iro. Aber wir müssen zurück zum Hof reiten, du kannst gerne mitkommen. Sternchen hat einen langen Rücken da ist noch Platz für dich.“, sagt Renea. „Aber jetzt los!“

 

Da seid ihr ja endlich und.... Jula, wo warst du und wo ist Rainbow?“ „Wir waren wohl zu schnell für sie.“ Doch da hören sie Hufgeklapper und Rainbow und ihr Fohlen tauchen am Horizont auf. Lena führt die Pferde in den Stall und schickt die Mädchen in die Stube.

 

Als sie alles besprochen haben, reitet Jula zur Polizei und zeigt den Mörder an. In der Zwischenzeit putzen Iro, Renea und Pauline Rainbow und ihr Fohlen. Als sie fertig sind, hören sie ein Motorengeknatter, das immer lauter wird. Sie stürmen aus dem Stall und können ihren Augen nicht trauen. Da steht der Fremde mit seinem Motorrad stocksauer auf dem Hof! Als er die Mädchen erblickt, geht er auf sie los und es gibt eine Riesenprügelei. Währenddessen macht Jula eine erfolgreiche Anzeige gegen Alfred Sakan und nimmt die Polizeibeamten gleich mit zum Hof. Sie haben die Prügelei schnell im Griff und verhaften den Täter direkt. Die Mädchen kommen mit einer blutigen Nase, einem gebrochenen Arm und vielen blauen Flecken einigermaßen gut weg. Lena fährt Iro in Hochgeschwindigkeit ins Krankenhaus, sie hat ja den Arm gebrochen, das Nasenbluten von Pauline hört nach kurzer Zeit auf. Renea hat nur ein paar blaue Flecken abbekommen, weil sie so gut Judo kann.

 

Zu der Beerdigung von Lenas Mutter wird Iro zum Glück wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Alfred Sakan wird vom Richter zum lebenslänglichen Gefängnisaufenthalt verurteilt. Nach dem ganzen Trubel haben die Mädchen noch ein paar schöne Tage mit Rainbow und ihrem Fohlen Felix auf dem Sonnenhof.

 

Anna G. und Julia R., 4a